Jahresbericht 2014

Das Jahr 2014 war für unsere Vereinigung geprägt von der Fortentwicklung unseres Schwerpunktthemas: Hilfe für traumatisierte Flüchtlingskinder. Gleichzeitig konnten die bewährten Projekte aus der Vergangenheit erfolgreich fortgeführt bzw. weiter finanziell unterstützt werden: Kinder psychisch kranker Eltern, Scheidungskinder, therapeutisches Klettern und natürlich auch die Fortführung des zentralen Gründungsgedankens von 1976: Die Unterstützung der Kinder, die stationär in der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt werden.

Gleichzeitig gelang es, für die vielfältigen Aufgaben auch die finanziellen Mittel zusammen zu bekommen. Dabei war ein weiterer Rückgang von Geldauflagen seitens der Gerichte aber auch ein bedeutsamer Anstieg der Einnahmen aus Spenden zu verzeichnen. Gleichzeitig ist es gelungen, den gesamten organisatorischen Aufwand ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen zu bestreiten, so dass die Spenden zu 100 Prozent den geförderten Projekten zugute kamen.

Traumatisierte Flüchtlingskinder

Seit vielen Jahren wird die Durchführung von Kindergruppen im Flüchtlingswohnheim  St. Christoph, Freiburg, von uns unterstützt. Viele der Kinder dort sind traumatisiert und aufgrund ungünstiger Lebensverhältnisse von psychischen Fehlentwicklungen und Krankheiten bedroht. Aufgrund dieser Kenntnisse und Erfahrungen hat der Vorstand bereits 2013 beschlossen, die Initiative zur Einrichtung einer Anlaufstelle zur Beratung und Behandlung von traumatisierten Flüchtlingskindern zu ergreifen. Diese Arbeit hat 2014 zu verschiedenen Treffen mit anderen Jugendhilfeträgern geführt, zuletzt zu einer großen Gesprächsrunde unter Einbeziehung der Stadt Freiburg, bei welcher die konkreten Planungen zur Einrichtung einer solchen Stelle vorangetrieben werden konnten. Für uns wurde deutlich, dass wir diese Arbeit keinesfalls alleine werden „stemmen“ können, sondern dass ein Trägerverbund oder ein anderer großer Jugendhilfeträger diese Aufgabe mit unserer Unterstützung durchführen wird. Die Anlaufstelle kann aufgrund unseres Spendenaufkommens finanziell unterstützt werden und gleichzeitig vom kinderpsychiatrischen-psychotherapeutischen Sachverstand unserer Mitglieder profitieren. Die konkrete Umsetzung zur Etablierung weiterer Kindergruppen und zur Fortbildung der Mitarbeiter in den Flüchtlingsheimen zum Thema „Traumatisierung“ ist in vollem Gange. Gleichzeitig beobachten wir mit Freude, dass sich viele andere Gruppierungen und auch der Gemeinderat sehr unserer Idee, traumatisierten Flüchtlingskindern helfen zu wollen, positiv zuwenden (vergleiche die lebhafte Diskussion über unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Badischen Zeitung). Dabei haben wir aber auch die Befürchtung, dass das hochkomplexe Gebiet so diffus wird, dass Konkretes auf der Strecke bleiben könnte. Hier wollen wir wachsam sein.

Kinder psychisch kranker Eltern

Dieses Schwerpunkthema aus den Jahren 2012 und 2013 wurde gemeinsam mit der Beratungsstelle MAKS-Anker entwickelt und im vergangenen Jahr von MAKS-Anker eigenständig – mit unserer finanziellen Unterstützung – im Rahmen von Sprechstunden in den psychiatrischen Kliniken fortgeführt. Es findet weiterhin eine inhaltliche Kooperation statt, welche sich u. a. in verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen zum Thema niedergeschlagen hat. Besonders genannt werden soll der „Freiburger Trialog“, welcher (erstmals !!!) in Freiburg die drei großen Therapieschulen (Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie, Familientherapie) zu einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung zusammengeführt hat. Wir denken, dass dieser im Grunde selbstverständliche Austausch über die Grenzen der Therapieschulen hinweg auch dem Wohl psychisch kranker Kinder dient.

Unterstützung der Kinder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Klinikschule

Dieser Bereich stellt den Ursprungsgedanken unseres Vereins dar. Diese Hilfe hat sich derart bewährt, dass wir sie unverändert fortführten: So wurde z. B. ein mittelloses Kind, das in die Klinik aufgenommen werden musste, unbürokratisch mit einer Grundausstattung an Kleidern versorgt. Die von uns finanzierte Teilnahme am KonTiKi-Projekt ermöglichte den stationär behandelten Kindern den Kontakt mit Tieren auf dem Mundenhof. Spielmaterialien wurden bereitgestellt; Freizeitprojekte und Einrichtungsgegenstände, für welche weder im Etat der Klinik noch der Klinikschule Möglichkeiten bestanden, konnten unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden. Hier war ein großer Brocken: die Reparatur des Flügels. Durch viele kleine Beiträge wurde die Teilhabe der stationär behandelten Kinder am Alltagsleben erleichtert und verbessert.

Weitere Projekte im ambulanten Bereich

Auch hier wurde bewährtes fortgeführt, wobei wir darauf geachtet haben, nur solche Aktivitäten zu finanzieren, welche außerhalb des Krankenkassen- und Jugendhilfesystems liegen und ansonsten für Kinder aus ärmeren Familien unerreichbar geblieben wären. Dies betrifft z. B. das therapeutische Klettern, ein Gruppenangebot für Scheidungs- und Trennungskinder und auch Aktivitäten im „Haus des Lebens“.

Unser Verein in Zahlen

Die Freiburger Vereinigung besteht seit 1976 und hat inzwischen 91 Mitglieder und 9 Fördermitglieder. Die Einnahmen im Jahr 2014 betrugen ca. 38.000 EUR, welchen Ausgaben von 24.000 EUR gegenüberstehen. Den Überschuss sehen wir als notwendige Rücklage für das Schwerpunktthema:Traumatisierte Flüchtlingskinder, welches 2014 noch keine Ausgaben verursacht hat, aber wahrscheinlich in den Folgejahren sehr viele Mittel benötigen wird.

Die Einnahmen aus Spenden betrugen ca. 20.000 EUR, aus Bußgeldern ca. 14.000 EUR und aus Mitgliedsbeiträgen ca. 3.500 EUR.

Unser Geld ging knapp zur Hälfte in den stationären Bereich. Im ambulanten Bereich erhielten die größten Beträge :MAKS-Anker (5.400 EUR) und  Flüchtlingskinder-Gruppen (3.300 EUR).

Förderer und Spender

Unsere Arbeit wurde weiterhin seitens der Gerichte und Staatsanwälte in Form von Geldauflagen unterstützt. Hierfür danken wir sehr herzlich. Es ist uns bewusst, dass dies eine besondere Auszeichnung darstellt, da sich von Jahr zu Jahr immer mehr  gemeinnützige Vereine sich um diese Art der Finanzierung bemühen.

Wir sind sehr froh, dass wir weiterhin zum Teil sehr großzügige Einzelspenden erhalten haben. Besonders hervorzuheben ist ein Beitrag der Firma AHP Merkle, Gottenheim, die uns bereits jetzt im 2. Jahr unterstützt (5.000 €) ; die Aktion „Trinkgeld – Button“ der K & U-Bäckerei, Neuenburg (5.000 €); die Familie Bretz-Stiftung (5.000 €); die Firma Solvay Freiburg (1.000 €); eine Spendensammlung der Firma Kai Veeser auf der Baden-Messe (635 €); die Firma Zipse Malterdingen (600 €) ; die wiederholte Spende von  Immobilien Stauss u. Partner Freiburg (500€); die seit Jahren regelmäßige Spende von Frau Lambrecht-Schadeberg (520 €); Martin Wohlleber – Taxi Dresmann (300 €); Herr Axel Wessendorf (230 €) und natürlich auch die vielen „kleineren“ Einzelspender. Ihnen allen danken wir auch stellvertretend für die psychisch kranken Kinder  von Herzen.