Jahresbericht 2016

Im Jahr 2016 haben wir alle bisherigen bewährten Aktivitäten und Projekte fortgeführt und sind bei unserem Schwerpunktthema: „Hilfe für traumatisierte Flüchtlingskinder“ ein gutes Stück weitergekommen.
Unser Verein ist transparenter geworden: mit einer neuen Homepage können wir jetzt zeitnah und detailliert über alle Projekte informieren, sodass der vorliegende Jahresbericht kürzer ausfallen kann als in den vergangenen Jahren. Sie finden unter: www.freiburger-kinderhilfe.de alle Informationen über unsere Aktivitäten. Besonderer Dank gilt Frau Susanne Rauch von der Universitätsklinik, die uns hierbei in wunderbarer Weise und selbstlos unterstützt hat.

In finanzieller Hinsicht ist es gelungen, die erforderlichen Mittel für unsere Projekte durch Spenden, Geldauflagen seitens der Gerichte und stetig steigende Mitgliedsbeiträge aufzutreiben. Die Verwaltungskosten und die Öffentlichkeitsarbeit haben wir mit geringstmöglichem Aufwand erledigt; hier gilt der Dank in erster Linie dem unermüdlichen Einsatz unserer Kassenverwalterin Frau Schmidt, welche bezüglich der Akquise von Bußgeldern dankenswerterweise von ihrem Vorgänger, Herrn Kemter, mit großem Engagement unterstützt wurde. Damit ist es auch in diesem Jahr gelungen, den Verwaltungsaufwand unter 10% der Gesamtausgaben zu halten und ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen zu finanzieren, so dass die Spenden zu 100 Prozent den geförderten Projekten zugute kamen.

Unsere Projekte im Überblick

Von den knapp 30.000 €, welche wir 2016 einsetzen konnten, ging etwa ein Drittel in den Bereich der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Klinikschule.

Etwa 40 % unserer Mittel wurden für laufende ambulante Projekte verwendet: unbürokratische Einzelfall- Hilfen für psychisch kranke Kinder, das Projekt: Kinder psychisch kranker Eltern (MAKS/Anker), das Projekt: therapeutisches Klettern.

Für unser Schwerpunktthema: traumatisierte Flüchtlingskinder haben wir eine ganze Reihe von Aktivitäten entfaltet, für welche wir insgesamt 7300 € eingesetzt haben:

In zwei Flüchtlingsunterkünften finanzierten wir Kindergruppen mit kreativen und traumapädagogischen Ansätzen.

Wir haben eine Liste von Kinder-und Jugendpsychiatern und Psychotherapeuten zusammengestellt, welche dabei hilft, für die traumatisierten Kinder und Jugendlichen einen geeigneten Arzt oder Psychotherapeuten zu finden. Diese Liste kann von Mitarbeitern der Flüchtlingsunterkünfte, Lehrern und Sozialbetreuern angefordert werden und informiert über Fremdsprachenkenntnisse, besondere traumatherapeutische Qualifikationen und die Bereitschaft der Therapeuten, mit einem Dolmetscher zu arbeiten.

Viel Energie und eine große Beharrlichkeit brauchte unsere Initiative zur Einrichtung einer Anlaufstelle für traumatisierte Flüchtlinge. Es ist gelungen, alle maßgeblichen Institutionen in einen intensiven Austausch zu bringen, was letztlich zu einer gemeinsamen Empfehlung geführt hat, die jetzt im Haushalt der Stadt Freiburg für 2017/18 in der Form Berücksichtigung fand, dass die Stadtverwaltung in einer Gemeinderatsvorlage 170.000 € pro Jahr zum Aufbau einer solchen Stelle eingestellt hat. Die Haushaltsberatungen laufen noch und werden von uns natürlich mit aktiver Information begleitet.

Alle Aktivitäten und Förderungen hier im Einzelnen aufzuführen, würde den Raum dieses Jahresrückblicks sprengen. Daher sei hier nochmals auf unsere neugestaltete Homepage verwiesen, auf der alle Projekte unseres Vereins detailliert beschrieben werden: www.freiburger-kinderhilfe.de.

Grundprinzipien unserer Projektförderung

Der wichtigste Grundsatz, den wir im Alltag umsetzen wollen, ist die unbürokratische und schnelle Art und Weise unserer Hilfe für psychisch kranke Kinder in Not, vor allem bei Einzelfall-Hilfen sowohl der stationär aufgenommenen Kinder als auch im ambulanten Bereich.

Eine weitere von uns angestrebte Vorgehensweise ist, eine Anschubfinanzierung für Projekte zu leisten, die sonst nicht auf den Weg kommen könnten. Im laufenden Jahr werden wir wahrscheinlich eine solche Hilfe für den Kinder- und Jugendbereich der noch ins Leben zu rufende Anlaufstelle für traumatisierte Flüchtlinge leisten.

Es ist uns bewusst, dass manche Projekte auch einen langen Atem und eine längere Unterstützung benötigen, wie zum Beispiel unsere fortlaufenden Hilfen in der Klinikschule und im stationären Bereich, wo wir Möglichkeiten außerhalb des engen Rahmens der Kassenleistungen und der bürokratischen Vorgaben dauerhaft eröffnen. Im ambulanten Bereich gewähren wir seit vielen Jahren Hilfen für finanziell schwächer gestellte Familien, um deren Kinder das therapeutische Klettern zu ermöglichen. Seit vielen Jahren unterstützen wir Projekte für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern, denn:
Psychisch kranke Kinder haben keine Lobby – hier springen wir ein.

Unser Verein in Zahlen

Die Freiburger Vereinigung besteht seit 1976 und hat inzwischen 93 Mitglieder und 10 Fördermitglieder. Die Einnahmen im Jahr 2016 betrugen ca. 28.000 EUR, welchen Ausgaben in etwa gleicher Höhe gegen-überstehen. Die Einnahmen aus Spenden betrugen ca. 15.000 EUR, aus Bußgeldern ca. 9.000 EUR und aus Mitgliedsbeiträgen ca. 4.000 EUR.
Im stationären Bereich wendeten wir für die Stationen der Universitätsklinik 4600 € auf, für die Klinikschule 2700 €, für die Klinik Haus Vogt 1000 € und für das LBZ St. Anton 1200 €. Im ambulanten Bereich erhielten die größten Beträge: Flüchtlingsprojekte 7300 €, Kinder psychisch kranker Eltern 6.500 EUR, therapeuti-sches Klettern 2500 €, unbürokratische Hilfen in Einzelfällen 2000 €.

Förderer und Spender 2016

Unsere Arbeit wurde weiterhin seitens der Gerichte und Staatsanwälte in Form von Geldauflagen unter-stützt. Hierfür danken wir sehr herzlich.
Wir sind sehr froh, dass wir weiterhin zum Teil sehr großzügige Einzelspenden erhalten haben. Besonders hervorzuheben ist ein Beitrag der Firma AHP Merkle, Gottenheim, die uns bereits jetzt im 4. Jahr unterstützt (5.000 €) ; der Gewinn-Sparverein der Sparda Bank (4000 €); Bambini-Lauf Sparkasse Freiburg (1200 €); Sammlung anlässlich des Geburtstages von Frau Wegner-Steybe (800 €); die seit Jahren regelmäßige Spende der Stiftung Lambrecht-Schadeberg (520 €); Haarkult Marina Tröndle (500 €); H. Kraetz (500 €); Familie Groß und Familie Sexauer (je 300 €); Frau Essig (250 €); Taxi Dresmann (200 €); und natürlich auch die vielen „kleineren“ Einzelspender. Ihnen allen danken wir auch stellvertretend für die psychisch kranken Kinder von Herzen.

Im Februar 2017
Dr. Martin Sieber, Vorsitzender