Jahresbericht 2018

Für unseren Verein war 2018 ein Jahr der Kontinuität. Sowohl im Bereich der stationären Kinder-und Jugendpsychiatrie als auch bei unseren bewährten ambulanten Projekten konnten wir für psychisch kranke Kinder und Jugendliche Hilfsangebote umsetzen, die in der „Regelversorgung“ nicht vorgesehen sind. Dies gilt sowohl für kleine Beträge für einzelne mittellose Kinder und Jugendliche auf den Stationen als auch für das sehr große Projekt, eine Trampolinanlage im Garten der kinderpsychiatrischen Klinik zu installieren, welches Dank zweier zweckgebundener Spenden möglich wurde.

Im ambulanten Bereich mit dem Schwerpunktthema: Hilfe für traumatisierte Flüchtlingskinder wurde 2017 mit Einrichtung der Anlaufstelle „Refugium“ das Ziel unserer Initiative erreicht. In diesem Jahr galt es nun, die dortige Arbeit, welche überwiegend auf Erwachsene ausgerichtet war, im Bereich der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen und auszubauen. Es war schön zu sehen, wie sich Refugium bereits in den ersten Monaten zu einem lebendigen Zentrum der Arbeit mit geflüchteten Familien, Kindern und Erwachsenen entwickelt hat. Weiter ausgeweitet wurde die von uns geförderte Beratungstätigkeit von MAKS/Anker in den psychiatrischen Kliniken zum Thema: Kinder psychisch kranker Eltern. Die übrigen ambulanten Projekte gingen in bewährter Weise weiter.

Auch in diesem Jahr ist es gelungen, den Verwaltungsaufwand weit unter 10 % der Gesamtausgaben zu halten und ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen zu finanzieren, sodass alle Spenden und Geldauflagen zu 100 Prozent den geförderten Projekten zugute kamen.

Grundprinzipien unserer Projektförderung

Unser wichtigster Grundsatz ist die unbürokratische und schnelle Hilfe für psychisch kranke Kinder in Not, vor allem bei Einzelfall-Hilfen sowohl für stationär aufgenommene Kinder als auch im ambulanten Bereich. Bei Projekten ist das Ziel unserer Vorgehensweise eine Anschubfinanzierung für etwas, was fehlt und ohne unsere Initiative nicht auf den Weg kommen könnte. In einem zweiten Schritt wollen wir eine gesicherte Finanzierung über Wohlfahrtsverbände etc. bewirken. Dabei ist uns bewusst, dass manche unserer Projekte einen langen Atem und eine dauerhafte Unterstützung benötigen, wie zum Beispiel die fortlaufenden Hilfen in der Klinikschule und im stationären Bereich, wo wir Möglichkeiten außerhalb des engen Rahmens der Kassenleistungen und der bürokratischen Vorgaben eröffnen und erhalten. Im ambulanten Bereich gewähren wir beispielsweise seit vielen Jahren Hilfen für finanziell schwächer gestellte Familien, um deren Kinder das therapeutische Klettern zu ermöglichen.

Psychisch kranke Kinder haben keine Lobby – hier springen wir ein.

Unsere Projekte im Einzelnen: Für viele große und kleine Anliegen auf den Stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und in der Klinikschule leisten wir unbürokratisch Hilfe .Das reicht vom kleinen Geburtstagsgeschenk für die dortigen Kinder, der Erstausstattung mittelloser Jugendlicher mit Kleidern bis zur Ermöglichung der Teilnahme am Projekt KONTIKI (Kontakt Kinder-Tiere auf dem Mundenhof).

Als besonders großes Geschenk für die Kinder und Jugendlichen auf den Stationen der psychiatrischen Klinik empfanden wir die beiden zweckgebundenen Spenden, welche die Errichtung einer Trampolinanlage ermöglicht haben. Diese wird von den Kindern und Jugendlichen rege in Anspruch genommen und stellt im Klinikalltag eine große Bereicherung dar.

Unser Schwerpunktthema: Hilfe für traumatisierte geflüchtete Kinder und Familien ist in eine neue Phase eingetreten: unsere Initiative zur Einrichtung einer Anlaufstelle war 2017 erfolgreich. 2018 begann mit Finanzierung durch die Stadt Freiburg die Traumaambulanz „Refugium“ ihre Arbeit. In Trägerschaft von Refudocs und Caritas wird dort die Arbeit geleistet, welche wir über Jahre eingefordert hatten. Wir unterstützen die Arbeit von Refugium, indem wir eine spezielle Kindersprechstunde mit aufsuchender Beratungstätigkeit finanzieren. Darüber hinaus finanzieren wir weiterhin ein kreatives Gruppenangebot in der Flüchtlingsunterkunft Wiesentalstraße.

Unsere laufenden ambulanten Projekte haben wir fortgeführt: unbürokratische Einzelfall-Hilfen für psychisch kranke Kinder, das Projekt: Kinder psychisch kranker Eltern (MAKS/Anker), das „Therapeutische Klettern“ und ein Projekt für Kinder, die um einen nahen Angehörigen trauern und in einer Kleingruppe in der Natur ein Angebot zur Trauerbewältigung erhalten.

Alle Aktivitäten und Förderungen im Einzelnen aufzuführen, würde den Rahmen dieses Jahresrückblicks sprengen. Hier sei nochmals auf unsere Homepage verwiesen, auf der alle Projekte detailliert beschrieben werden: www.freiburger-kinderhilfe.de

Unser Verein in Zahlen

Die Freiburger Vereinigung besteht seit 1976 und hat inzwischen 93 Mitglieder und 10 Fördermitglieder. Die Einnahmen im Jahr 2018 betrugen ca. 47.000 EUR, welchen Ausgaben von ca. 31.000 € gegenüberstanden. Die Einnahmen aus Spenden betrugen ca. 22.000 EUR, aus Bußgeldern ca. 20.000 EUR und aus Mitgliedsbeiträgen ca. 4.000 EUR. Die Ausgaben verteilten sich ausgewogen zwischen stationären und ambulanten Projekten. Der Verwaltungsaufwand lag mit 2.000 € bei ca. 7 Prozent der Gesamtausgaben.

Förderer und Spender

Unsere Arbeit wurde weiterhin seitens der Gerichte und Staatsanwälte in Form von Geldauflagen unterstützt. Wir sind sehr froh, dass wir eine ganze Reihe von großzügigen und teilweise regelmäßigen Einzelspenden erhalten: Zwei zweckgebundene Spenden der ROMIUS-Stiftung der Fa. Roche, Grenzach-Wyhlen (14.000 €) und vom Spendenmarathon „Kinder unterm Regenbogen“ finanzierten die o.g. Trampolin-Anlage. Besonders hervorzuheben ist ein Beitrag der Firma AHP Merkle, Gottenheim, die uns jetzt bereits  im 7. Jahr unterstützt (3.000 €). Vom Gewinn-Sparverein der Sparda Bank bekamen wir bereits zum vierten Mal 4.000 €. Weitere Spenden: Losan Pharma, Neuenburg (1000 €); VdK Maulburg (500 €); Taxi Dresmann (400 €); die seit Jahren regelmäßige Spende der Stiftung  Lambrecht-Schadeberg (520 €); U. Hente und Dr. Schneider-Momm (je 500 €); und dann natürlich auch die vielen „kleineren“ Einzelspender, die hier genauso wenig aufgeführt werden können wie die Beiträge und die Mitarbeit unserer Mitglieder.

Ihnen allen danken wir stellvertretend für die psychisch kranken Kinder und Jugendlichen von Herzen. Ohne Sie wäre unsere Arbeit nicht möglich!