Jahresbericht 2015

Das Jahr 2015 war wie das Jahr zuvor für unsere Vereinigung geprägt von der Fortentwicklung unseres Schwerpunktthemas: Hilfe für traumatisierte Flüchtlingskinder. Hier gab es, wie allseits bekannt, dramatische Entwicklungen, wobei es nicht leicht war, einen richtigen Ansatzpunkt im Hinblick auf unser Vereinsziel: Hilfe für psychisch kranke Kinder zu finden.

Auch 2015 konnten die bewährten Projekte aus der Vergangenheit erfolgreich fortgeführt bzw. weiter finanziell unterstützt werden: Kinder psychisch kranker Eltern, therapeutisches Klettern und natürlich auch die Fortführung des zentralen Gründungsgedankens von 1976: Die Unterstützung der Kinder, die stationär in der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt werden.

Neben Projekten und Tätigkeiten war es aber natürlich auch wichtig, dass nötige Geld zusammen zu bekommen. Dabei verstärkte sich die seit einigen Jahren erkennbare Tendenz:  Rückgang von Geldauflagen seitens der Gerichte auf der einen Seite und bedeutsamer Anstieg der Einnahmen aus Spenden auf der anderen Seite. Weiterhin haben wir versucht, den finanziellen Aufwand für Verwaltung und Organisation der Gelder weiter zu reduzieren. Dies ist auch dieses Jahr gelungen: allein die Mitgliedsbeiträge übersteigen die Ausgaben für den organisatorischen Aufwand deutlich, sodass die Spenden zu 100 Prozent den geförderten Projekten zugute kamen.

Traumatisierte Flüchtlingskinder

Viel Energie haben wir darauf verwandt, eine Anlaufstelle für traumatisierte Flüchtlingskinder zu initiieren. Dabei wurde rasch deutlich, dass die Problematik der Kinder nur im Zusammenhang mit der ganzen Familie sinnvoll anzugehen ist. In einer von uns initiierten und regelmäßig tagenden Initiativgruppe zusammen mit vielen anderen Jugendhilfe-und Wohlfahrts-Verbänden unter Einbeziehung der Stadt Freiburg wurde hier konzeptuell gearbeitet. Seitens der Waisenhausstiftung wurde in diesem Rahmen die Ausarbeitung eines detaillierten Projektplans, welcher als Gemeinderatsvorlage eingebracht werden soll, finanziert. Die massive Steigerung der Flüchtlingszahlen ab Sommer 2015 hat viele neue Fragezeichen für das weitere Vorgehen bezüglich einer Anlaufstelle mit sich gebracht. Die neu angekommenen Flüchtlinge brauchen zunächst keine Traumatherapie sondern Sicherheit in der Unterbringung, der Versorgung und der Lebensperspektive. Die Aufgabe unseres kleinen Vereins muss sich dabei auf den Teilaspekt der Gefährdung der psychischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch Traumatisierung im Ursprungsland, bei der Flucht oder auch im Rahmen der jetzigen Unterbringung beschränken. Hierzu sollen  Fortbildungen und Information der Sozialarbeiter und der ehrenamtlichen Mitarbeiter unter dem Motto: „Wie kann ich eine Traumafolgestörung erkennen?“ dienen. Außerdem wollen wir den Austausch unter den Kinder-und Jugend-Psychiatern und -Psychotherapeuten fördern sowie eine bessere Zugangsmöglichkeit zu Behandlungen schaffen.

Neben dieser zeitintensiven und manchmal mühevollen Arbeit im Getriebe von Hierarchien und Bürokratien haben wir aber auch weiterhin konkret für die Kinder in den Flüchtlingswohnheimen etwas getan:

Seit vielen Jahren wird die Durchführung von Kindergruppen im Flüchtlingswohnheim  St. Christoph, Freiburg von uns unterstützt. Viele der Kinder dort sind traumatisiert und aufgrund ungünstiger Lebensverhältnisse von psychischen Fehlentwicklungen und Krankheiten bedroht. Die räumlichen und personellen Ressourcen zur Betreuung von Kleinkindern sind extrem begrenzt. Wir sind froh, hier weiterhin mit einem namhaften Betrag helfen zu können.

Zusätzlich haben wir begonnen, mit unserem langjährigen Kooperationspartner MAKS-Anker ein weiteres Gruppenprojekt für Flüchtlingskinder zu entwickeln. Hier geht es um Risiko-Kinder von Flüchtlingsfamilien, bei welchen die Eltern durch eine eigene Traumatisierung psychisch schwer belastet oder erkrankt sind.

Kinder psychisch kranker Eltern

In diesem Bereich wurde die bisherige Arbeit weiterentwickelt: Ein Projekt (Schwerpunkthema aus den Jahren 2012 und 2013) zur Durchführung von Sprechstunden in den psychiatrischen Kliniken war damals zusammen mit der Beratungsstelle MAKS-Anker entwickelt worden und es wurde in der Folgezeit von MAKS-Anker eigenständig – mit unserer finanziellen Unterstützung fortgeführt. Es findet weiterhin eine inhaltliche Kooperation statt, welche sich u. a. in Fortbildungsveranstaltungen zum Thema niedergeschlagen hat, und wir leisten weiterhin einen stattlichen finanziellen Beitrag.

Unterstützung der Kinder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Klinikschule

Dieser Bereich stellt den Ursprungsgedanken unseres Vereins dar. Diese Hilfe hat sich derart bewährt, dass wir sie unverändert fortführten: So wurde z. B. mehrere mittellose Kinder, die in die Klinik aufgenommen werden mussten, unbürokratisch mit einer Grundausstattung an Kleidern versorgt. Die von uns finanzierte Teilnahme am KonTiKi-Projekt ermöglichte den stationär behandelten Kindern den Kontakt mit Tieren auf dem Mundenhof. Spielmaterialien wurden bereitgestellt; Freizeitprojekte und Einrichtungsgegenstände, für welche weder im Etat der Klinik noch der Klinikschule Möglichkeiten bestanden, konnten unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden. Durch viele kleine Beiträge wurde die Teilhabe der stationär behandelten Kinder am Alltagsleben erleichtert und verbessert.

Weitere Projekte im ambulanten Bereich

Auch hier wurde bewährtes fortgeführt, wobei wir darauf geachtet haben, nur solche Aktivitäten zu finanzieren, welche außerhalb des Krankenkassen- und Jugendhilfesystems liegen und ansonsten für Kinder aus ärmeren Familien unerreichbar geblieben wären. Dies betrifft z. B. das therapeutische Klettern.

Unser Verein in Zahlen

Die Freiburger Vereinigung besteht seit 1976 und hat inzwischen 91 Mitglieder und 9 Fördermitglieder. Die Einnahmen im Jahr 2014 betrugen ca. 26.000 EUR, welchen Ausgaben in etwa gleicher Höhe gegenüberstehen. Die Einnahmen aus Spenden betrugen ca. 18.000 EUR, aus Bußgeldern ca. 4.300 EUR und aus Mitgliedsbeiträgen ca. 3.500 EUR.

Unser Geld ging knapp zu ca. 40% in den stationären Bereich. Im ambulanten Bereich erhielten die größten Beträge :Kinder psychisch kranker Eltern: MAKS-Anker (4.500 EUR) und  Flüchtlingskinder-Gruppen (3.300 EUR und 5000 EUR).

Förderer und Spender

Unsere Arbeit wurde weiterhin seitens der Gerichte und Staatsanwälte in Form von Geldauflagen unterstützt. Hierfür danken wir sehr herzlich.

Wir sind sehr froh, dass wir weiterhin zum Teil sehr großzügige Einzelspenden erhalten haben. Besonders hervorzuheben ist ein Beitrag der Firma AHP Merkle, Gottenheim, die uns bereits jetzt im 3. Jahr unterstützt (5.000 €) ; der Gewinn Sparverein der Sparta Bank (4500 €); Mitarbeiter der Züricher Versicherungen (4500 €); die Stiftung Oliver Bernhard (2500 €); die seit Jahren regelmäßige Spende von Frau Lambrecht-Schadeberg (520 €); Haarkult Marina Tröndle (500 €); Martin Wohlleber – Taxi Dresmann (300 €); eine Spendenaktion anlässlich eines runden Geburtstages von Frau Monika Ruppert (600 €) und natürlich auch die vielen „kleineren“ Einzelspender. Ihnen allen danken wir auch stellvertretend für die psychisch kranken Kinder  von Herzen.