Dringend notwendige Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Bereits 2016 wurden nach politisch bereits festgestellter Versorgungslücke der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Freiburg und Mariaberg – Fachkrankenhaus Kinder- und Jugendpsychiatrietagesklinische Plätze für Kinder und Jugendliche mit psychischer Erkrankung und gleichzeitiger kognitiver Entwicklungsstörung zugewiesen. Zwischenzeitlich konnte Baugelände sichergestellt werden, es lagen auch schon Architektenpläne vor, viele standen in den Startlöchern – es fehlt schlussendlich aber an der Finanzierung des Baukörpers. Das Universitätsklinikum Freiburg bemüht sich intensiv darum, eine vom Land unterstützte Baufinanzierung zu erhalten.

Zudem hat sich die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgungssituation für die Region in der Zuständigkeit der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Freiburg im Jahr 2021 deutlich angespannt.
So wurden beispielsweise im 2. Quartal über 27% mehr Kinder und Jugendliche notfällig vorgestellt als noch im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Auch die besondere Situation der Corona-bedingten pandemischen Lage ist nicht folgenlos für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen geblieben.
Nach dem Ende der „homeschooling“-Maßnahmen im Anschluss an die Pfingstferien wurden erschreckend hohe Zunahmen an schweren Essstörungen aber auch Angststörungen oder Depressionen mit dringendem Behandlungsbedarf beobachtet.

Niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater*innen versuchen durch einen deutlichen Ausbau ihrer Kapazitäten die Spitze des Eisbergs abzufangen. Das ist allerdings nur bedingt möglich. Schwer kranke Kinder mit psychiatrischem Behandlungsbedarf müssen aktuell nicht selten über mehrere Monate auf einen Therapieplatz warten. Die Wartelisten sowohl für eine ambulante als auch für eine stationäre Versorgung sind überfüllt. In vielen Praxen sind die Wartelisten inzwischen ganz geschlossen.

Die Kinder-und Jugendpsychiatrie versucht, den Patienten mit sehr dringendem Behandlungsbedarf durch Aufstockung der Ärzte-, Psychologen- und Therapeutenzahl entgegenzuwirken. Doch hier stößt die KJP außerdem inzwischen auch zusätzlich noch auf große räumliche Engpässe.

Die neue Tagesklinik

Die aktuelle Situation zeigt, dass es zu wenig Behandlungsplätze und Räumlichkeiten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Freiburg gibt, die dringend notwendig sind. Deshalb wurde schnell eine Lösung in Form einer neuen Tagesklinik gefunden!

  • Ein Behandlungsschwerpunkt in der tagesklinischen Versorgung ist für Kinder und Jugendliche im Alter von 12-18 Jahren gedacht. Es soll mit zusätzlichen 12 Plätzen, neben den bereits vorhandenen 28 stationären, geholfen werden, die Situation kurzfristig zu entspannen. Als Interimslösung werden außerhalb der Kinder-und Jugendpsychiatrie in angemieteten Räumen die Plätze angeboten.
  • Da es für Kinder und Jugendliche mit psychischer Erkrankung und gleichzeitiger kognitiver Entwicklungsstörung derzeit in unserer Region kein tagesklinisches oder stationäres Behandlungsangebot gibt, soll in der neuen Tagesklinik ein weiterer Behandlungsschwerpunkt für Kinder und Jugendliche mit entsprechend o.g. Mehrfachdiagnosen entstehen.

Der Vorteil einer Tagesklinik besteht generell darin, dass Kinder weitestgehend in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben können, während eine intensive, kompetente und patientenzentrierte Therapie stattfinden kann. Für viele der Patienten können somit wohnortnah unter Beteiligung aller relevanten Institutionen ganz individuelle Behandlungskonzepte erarbeitet werden. Somit werden für Kinder und Jugendliche Patienten und ihre Familien Strukturen und Hilfen bereitgestellt, die es den Kindern ermöglichen, sich optimal – entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten – zu entwickeln.

Es soll eine qualifizierte psychotherapeutische Behandlung mit familienbezogenem, Kind-zentriertem, inklusivem und professionellem Fokus in den sozialen, schulischen und familiären Alltag der Kinder und Jugendlichen einzubinden, angeboten werden. Dabei ist ein Netzwerk aus Ärzten, Therapeuten, Sozialarbeitern, Trägern der Jugendhilfe, Schulen und Familie unerlässlich, in dem erarbeitet werden kann, wo genau die Bedarfe liegen und wie Hilfen sowie Maßnahmen aussehen können, um Strukturen für eine inklusive Teilhabe zu schaffen und um weitestgehend „Normalität“ im Alltag der Kinder zu implementieren.

Ziele

Langfristig wird eine bauliche Erweiterung der Kinder-und Jugendpsychiatrie in der Hauptstraße durch eine Campus-nahe Tagesklinik umgesetzt werden müssen.
Die bauliche Erweiterung soll zur langfristigen und zukunftsfähigen Verbesserung der Patientenversorgung in der Versorgungsregion Freiburg für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen beitragen.

Mit der neuen Tagesklinik soll ein Netzwerk von präventiven, diagnostischen, therapeutischen und nachsorgenden Hilfen aufgebaut werden, um allen Kindern und Jugendlichen Gesundheit und die Inklusion in unsere Gesellschaft zu ermöglichen.

Da derzeit für die zukünftige Bereitstellung der oben beschriebenen tagesklinischen Versorgung noch keine abschließende Lösung der Baukörperfinanzierung sichergestellt ist, ist die notwendige bauliche Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Freiburg nur mit Hilfe eines großen Anteils einer Teilfinanzierung über eingeworbene Spenden realisierbar.

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